Großangelegte Einsatzübung im S1-Tunnel Stetten
Großangelegte Einsatzübung im S1-Tunnel Stetten https://bfkdo-ko.at/wp-content/uploads/2026/10/Presseteam_BFKDO_Korneuburg_3-1024x683.jpg 1024 683 Bezirksfeuerwehrkommando Korneuburg Bezirksfeuerwehrkommando Korneuburg https://bfkdo-ko.at/wp-content/uploads/2026/10/Presseteam_BFKDO_Korneuburg_3-1024x683.jpgGroßangelegte Einsatzübung im S1-Tunnel Stetten
Am Donnerstagabend, dem 8. Oktober 2026, fand im Tunnel Stetten auf der S1 eine großangelegte Einsatzübung statt. Vier Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Korneuburg übten gemeinsam mit dem Roten Kreuz und weiteren beteiligten Organisationen den Ernstfall bei einem schweren Verkehrsunfall mit anschließendem Fahrzeugbrand in einem Straßentunnel. Organisiert wurde die Übung vom Straßenerhalter Bonaventura in Zusammenarbeit mit der EGIS Operations Austria GmbH.
An der Übung nahmen die vier zuständigen Tunnelfeuerwehren Enzersfeld, Königsbrunn, Korneuburg und Langenzersdorf sowie das Rote Kreuz aus dem Bezirk Korneuburg teil. Ebenfalls eingebunden waren die Autobahnpolizei, die Tunnelüberwachungszentrale und Mitarbeiter des Straßenerhalters.
Umfangreiche Vorbereitungen für ein realistisches Übungsszenario
Bereits vor dem eigentlichen Übungsbeginn trafen sich die Übungsverantwortlichen, Übungsbeobachter, Unfalldarsteller und Vertreter der Presse bei der EGIS Operations Austria GmbH in Eibesbrunn. Dort wurden alle Anwesenden über den geplanten Übungsablauf, die Sicherheitsbestimmungen und die geltenden Verhaltensregeln informiert.
Für die Durchführung der Übung musste die S1 zwischen den Anschlussstellen Hagenbrunn und Korneuburg Nord in beiden Fahrtrichtungen vollständig gesperrt werden. Nach erfolgter Sperre konnten die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten im Tunnel beginnen. Mehrere Unfallfahrzeuge wurden positioniert und die zahlreichen Unfalldarsteller auf ihre vorgesehenen Plätze gebracht. Anschließend bezogen die Übungsbeobachter ihre zugewiesenen Positionen im Tunnel.
Mit der Auslösung eines technischen Alarms in der Tunnelüberwachungszentrale um 21:00 Uhr begann schließlich die Übung. Über die Bezirksalarmzentrale wurden die zuständigen Freiwilligen Feuerwehren zum angenommenen Brand- und Verkehrsunfall im Tunnel Stetten alarmiert.
Schwerer Verkehrsunfall mit Fahrzeugbrand und zahlreichen Verletzten
Das Übungsszenario stellte die Einsatzkräfte vor eine besonders herausfordernde Situation. In der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Korneuburg war es zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen gekommen. Durch den Zusammenstoß wurden zahlreiche Personen verletzt, einige davon waren in ihren Fahrzeugen eingeschlossen und konnten diese nicht mehr selbstständig verlassen.
Erschwerend kam hinzu, dass durch die Kollision ein PKW in Brand geraten war. Im entstandenen Rückstau ereignete sich zudem ein weiterer Auffahrunfall, bei dem ebenfalls mehrere Personen verletzt wurden.
Damit mussten die Einsatzkräfte gleich mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Neben der Brandbekämpfung galt es, die verletzten und eingeschlossenen Personen möglichst rasch aus dem Gefahrenbereich zu retten, die Tunnelröhre nach weiteren Personen abzusuchen und die medizinische Versorgung der Verletzten sicherzustellen.
Brandbekämpfung und Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen
Als erste Feuerwehr traf die Freiwillige Feuerwehr Enzersfeld am Einsatzort ein. Unmittelbar nach der Erkundung wurde vor dem Tunnel die Einsatzleitung eingerichtet. Gleichzeitig begannen die Einsatzkräfte mit ihrem Tunnellöschfahrzeug die ersten Maßnahmen zur Brandbekämpfung.
Nach und nach trafen weitere Einsatzfahrzeuge der beteiligten Freiwilligen Feuerwehren sowie des Roten Kreuzes ein. Die nachrückenden Mannschaften erhielten ihre Einsatzaufträge und unterstützten die bereits laufenden Maßnahmen.
Nachdem der Fahrzeugbrand erfolgreich bekämpft worden war, lag der Schwerpunkt auf der Rettung der zahlreichen verletzten und teilweise eingeschlossenen Personen. Mehrere Atemschutztrupps arbeiteten sich durch die betroffene Tunnelröhre vor, um die Unfalldarsteller aus den Fahrzeugen und dem Gefahrenbereich zu bringen.
Die besonderen Bedingungen in einem Straßentunnel stellen dabei hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte. Lange Anmarschwege, eingeschränkte Platzverhältnisse und die notwendige Koordination zahlreicher Einsatztrupps erschweren die Arbeiten erheblich. Umso wichtiger sind eine funktionierende Einsatzleitung, klare Kommunikation und die Zusammenarbeit der eingesetzten Organisationen.
Parallel zu den laufenden Rettungsmaßnahmen wurde die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Korneuburg von zwei weiteren Atemschutztrupps systematisch nach möglicherweise vermissten Personen abgesucht.
Versorgung der Verletzten in der zweiten Tunnelröhre
Auch für das Rote Kreuz stellte das umfangreiche Schadensszenario eine besondere Herausforderung dar. In der benachbarten Tunnelröhre in Fahrtrichtung Wien wurde ein Triageplatz eingerichtet, an dem die geretteten Personen entsprechend der Schwere ihrer angenommenen Verletzungen gesichtet und priorisiert wurden.
Anschließend erfolgte die weitere medizinische Versorgung durch die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes.
Besonders wichtig war dabei die laufende Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst. Die geordnete Übergabe der geretteten Personen und die Koordination der weiteren Versorgung waren wesentliche Bestandteile der Übung.
Nachdem sämtliche vermissten Personen gefunden, aus dem Gefahrenbereich gerettet und medizinisch versorgt worden waren, konnten die wesentlichen Übungsziele als erreicht betrachtet werden. Nach rund zwei Stunden intensiver Übungsarbeit wurde das Übungsende bekannt gegeben.
Zahlreiche Übungsbeobachter verfolgten den Einsatzablauf
Die großangelegte Übung wurde von zahlreichen Beobachtern begleitet, die das Vorgehen der Einsatzorganisationen aus unterschiedlichen Bereichen des Tunnels mitverfolgten.
Seitens des Abschnittsfeuerwehrkommandos Korneuburg waren Abschnittsfeuerwehrkommandant-Stellvertreter ABI Wolfgang Unterberger und V Dominik Jiras vor Ort. Ebenso verfolgten Vertreter der Abschnittsfeuerwehrkommanden Mistelbach und Wolkersdorf aus dem Bezirk Mistelbach sowie Vertreter umliegender Freiwilliger Feuerwehren aus dem Bezirk Korneuburg das Übungsgeschehen.
Auch Vertreter des Roten Kreuzes, der Autobahnpolizei und des Straßenerhalters beobachteten die umfangreichen Einsatzmaßnahmen.
Die Übungsbeobachter zeigten sich mit der erbrachten Leistung und der Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzorganisationen sehr zufrieden. Besonders die Bewältigung der zahlreichen gleichzeitig anfallenden Aufgaben verdeutlichte, wie wichtig regelmäßige gemeinsame Übungen für derartige Einsatzszenarien sind.
Auch Bonaventura und die EGIS Operations Austria GmbH nutzten die Übung, um wichtige Erkenntnisse für den Betrieb und die Sicherheit der Tunnelanlagen sowie für die Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen zu gewinnen. Die Verantwortlichen bedankten sich bei allen Beteiligten für die engagierte Mitwirkung.
Gemeinsame Nachbesprechung im Feuerwehrhaus Korneuburg
Nach Abschluss der Übung und der Räumung des Tunnels begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Korneuburg.
Dort wurden alle Anwesenden vom Roten Kreuz Korneuburg mit einer Stärkung versorgt. Im Anschluss fand eine gemeinsame Übungsnachbesprechung statt, bei der die Verantwortlichen der beteiligten Organisationen den Übungsablauf nochmals Revue passieren ließen.
Dabei wurden die gewonnenen Erkenntnisse besprochen und Erfahrungen aus den unterschiedlichen Einsatzbereichen ausgetauscht. Diese Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage, um bestehende Abläufe weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit für zukünftige Einsätze zu optimieren.
Die Übung im Tunnel Stetten zeigte einmal mehr, wie anspruchsvoll Einsätze in Straßentunneln sein können und wie entscheidend eine gut abgestimmte Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen ist.
Ein besonderer Dank gilt dem Straßenerhalter Bonaventura und der EGIS Operations Austria GmbH für die Organisation und Durchführung dieser umfangreichen Übung, dem Roten Kreuz Korneuburg für die anschließende Verpflegung sowie allen Einsatzkräften, Übungsverantwortlichen, Darstellern und Beobachtern für ihre Mitwirkung.
Bericht und Fotos: Presseteam BFKDO Korneuburg


































- Veröffentlicht In:
- Allgemeines
- Übungen

